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Featured: EXIST-Projekt "Newsenselab"

22.07.2015 EXIST-Gründerstipendium für das Projekt "Newsenselab" aus dem Bereich Kardiovaskuläre Physik an der HU.

Dank maschinellen Lernens können heute Vorgänge im Körper auf der zellulären Ebene entschlüsselt werden. Diese sogenannten „omics“-Technologien (Proteomics und Genomics) werden zur Zeit in der klinischen Praxis etabliert, um möglichst passgenau Therapien auf den individuellen Patienten auszurichten. Das parallele Aufkommen von mobilen Gesundheitsdiensten mit Hilfe von Smartphones und Fitness-Trackern bietet nun erstmalige die Gelegenheit, um die personalisierte Medizin mit Hilfe von maschinellen Lernens auch auf die ganzkörperliche Ebene zu übertragen. Krankheiten können damit umfassend von molekularen bis hin zu Lebensstil-abhängigen Faktoren individuell charakterisiert werden.

Das EXIST-Team von Newsenselab widmet sich diesem datengetriebenen Ansatz. Newsenselab entwickelt eine mobile Gesundheitsvorsorge zur Attacken-Früherkennung von Migräne. Dr. Markus Dahlem hat sich in seiner mehrjährigen Tätigkeit an der Humboldt-Universität zu Berlin intensiv mit Migräne als dynamische Krankheit befasst. Seine theoretischen Vorarbeiten in einer Vielzahl drittmittelfinanzierter Projekte und sein Engagement in der Wissenschaftskommunikation haben ihn für die Bedürfnisse der Migräniker sensibilisiert und bestärkt, seine Forschung in kommerziell nutzbare Lösungen umzusetzen. Insgesamt drei EXIST-Stipendiaten werden gefördert: Neben Dr. Dahlem auch Stefan Greiner, der den Masterstudiengang Human Factors an der TU Berlin abschloss, und in seiner letzten Tätigkeit an den T-labs u.a. App-Evaluationsstudien für die Deutsche Bahn AG und die Deutsche Telekom AG durchführte, sowie Simon Scholler, der am Bernstein Zentrum für Computational Neuroscience Berlin mehrere Jahre Teil der Brain-Computer Interface Gruppe der AG Maschinelles Lernen an der TU Berlin war und jahrelange Erfahrung in der Konzeption und Entwicklung von statistischen Prototypen und deren Überführung in lauffähige statistische Systeme mitbringt. Neben den drei Stipendiaten gehört Martin Späth zum Kernteam. Er bringt mit seiner über 5-jährigen Erfahrung als Software Entwickler die nötigen Entwicklungskompetenzen sowohl im Front- als auch im Backend-Bereich mit.

Das EXIST-Team wird von weiteren Wissenschaftlern ergänzt und von PD Dr. Niels Wessel am Insitut für Physik der HU betreut. Dr. Wessel ist Leiter der AG Kardiovaskuläre Physik, dessen Kernthese es u.a. ist, dass dynamische Krankheiten (z.B. Herzrhythmusstörungen und Migräne) stets Auswirkungen auf das periphere autonome Nervensystem haben und deswegen auch durch Fitness-Tracker bzw. „Wearable Medical Devices” erfasst werden können.

Mehr zu Newsenselab gibt es hier.

 

Fragen zum EXIST-Gründerstipendium und zum EXIST-Forschungstransfer beantwortet Marco Rösler vom Gründungsservice der HU.