Verantwortung zahlt sich aus
Dass verantwortungsvolles Wirtschaften der Gesellschaft und Umwelt zugutekommt, steht außer Frage. Unternehmer, die sich sozial und kulturell engagieren, erhöhen die Lebensqualität der Gesamtgesellschaft. Entrepreneure, die beispielsweise bei ihrer Lieferantenwahl auf Qualitäts-, Sozial- und Umweltzertifizierungen achten, verwirklichen damit ihren Teil des Nachhaltigkeitsanspruchs: Gleiche Chancen der Bedürfnisbefriedigung für künftige Generationen. Diese altruistische Motivation oder auch "Gutbürgertum" kann aber als Legitimation von Unternehmens- und Unternehmerverantwortung nicht genügen.
Das stärkste Argument, dass für "Verantwortung tragen" spricht, ist, dass es sich finanziell für die Unternehmung lohnt. Metastudien des noch jungen Forschungsgebiets der Corporate Social Responsibility dokumentieren den positiven Zusammenhang zwischen verantwortungsvollem Wirtschaften und der finanziellen Performance. Das beweisen beispielsweise die Wissenschaftler Loew und Clausen in ihrem Gutachten zu Wettbewerbsvorteilen durch Unternehmensverantwortung aus dem Jahr 2010. Andere Studien bestätigen diese Erkenntnis. Verantwortung hat also nicht nur positive sichtbare Folgen für die Gesellschaft, sondern auch für den Unternehmer!
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Franz-Joseph Fischer zum Thema Gewinn
Wer "Gewinn" noch weiter als den rein finanziellen Erfolg definiert, sieht schnell noch andere Vorteile des nachhaltigen Wirtschaftens. Die Spieltheorie geht in der Kooperationsforschung vom sogenannten "Tit for tat", einem "Wie du mir, so ich dir"-Verhalten unter Spielern aus. Wer verantwortungsvoll mit Mitarbeitern, Kunden, Wettbewerbern oder nur dem Finanzamt umgeht, kann damit rechnen, dass dieses Verhalten belohnt wird. Ob Kunden- oder Mitarbeiterzufriedenheit, nachhaltige Unternehmen erhalten in Umfragen stets bessere Werte. Sollten Sie als Unternehmer beispielsweise T-Shirts produzieren, werden Sie keinen Imageverlust durch negative Berichterstattung befürchten müssen, wenn Sie sicherstellen können, dass Ihre Produkte aus einer nachhaltigen Lieferantenkette stammen. Das bedeutet zum Beispiel, dass alle Lieferanten und Sublieferanten auf Kinderarbeit und übermäßige Umweltverschmutzung verzichten. Indirekt haben verantwortungsvolle und -lose Entscheidungen also auch Einfluss auf den Unternehmenserfolg.
Case Study: Otto Group
Hamburger Kaufleute standen schon immer in der Tradition, mehr als nur ihr Unternehmen zu sehen: Sie spielen eine aktive Rolle in der Politik und tragen zum kulturellen und sozialen Leben ihrer Stadt bei. Nicht ohne Grund hat der Verein "Versammlung eines Ehrbaren Kaufmanns zu Hamburg e.V." (VEEK) seinen Hauptsitz in der Hansestadt. Auch wenn Werner Otto und sein Sohn Michael Otto nicht gebürtige Hamburger sind, passt ihr ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein in die Kategorie ehrbarer Kaufleute.

Firmengründer: Werner Otto in den sechziger Jahren
Der 1949 in Hamburg gegründete Familienbetrieb, die Otto GmbH & Co KG (die heutige Otto Group), startete als Schuhversand mit einem Startkapital von 6.000 DM. 60 Jahre später hat sich das Unternehmen unter Führung von Werner und im Zeitraum 1981 bis 2007 von Michael Otto zum größten Versandhandel der Welt entwickelt. Im Geschäftsjahr 2009/2010 verzeichnete der Konzern einen EBITDA von 314 Mio. € bei einem Umsatz von gut 10 Mrd. €.

Michael Otto
Case Study: Otto Group (2)
Doch was macht die beiden zu ehrbaren Kaufleuten? Werner Otto war einer der ersten Wirtschaftspioniere der deutschen Nachkriegszeit. Sein Ideenreichtum und innovativer Führungsstil entsprechen dem Leitbild des Ehrbaren Kaufmanns im engeren Sinne. In den 1960er Jahren, in denen das Wort Globalisierung noch ein Fremdwort war, expandierte Otto bereits über den Atlantik und gründete in Kanada bis heute erfolgreiche Tochtergesellschaften. Michael Otto, promovierter Volkswirt, trieb die Internationalisierung des Konzerns seit 1981 weiter. Unter seiner Leitung verkündete das Unternehmen 1986 den Umweltschutz als Unternehmensziel, der seither durch regelmäßige Audits – der Überprüfung der Einhaltung von Standards durch Experten – bei Lieferanten sichergestellt wird. Auch in der jüngeren Vergangenheit trat Michael Otto als "Guter Bürger" auf: Im Koalitionsstreit der Grünen und der CDU um die Hamburger Schulreform 2010 trat er als Mittler zwischen beiden Parteien auf. Nicht zu vergessen sind auch die Spenden- und Stiftungstätigkeiten der Familie Otto.

Otto-Katalog aus dem Jahr 1952
Verantwortung auf allen Ebenen zahlt sich aus!
Weiterführende Links:
•
Bericht über Michael Otto
•
Nachhaltigkeitsbericht Otto Group 2009