Leitbild des Ehrbaren Kaufmanns
Unternehmertum spielt schon seit Jahrhunderten eine wichtige Rolle für die Gesellschaft. Die wohl bekanntesten Vertreter ihrer Art aus der Vergangenheit sind die Hansekaufleute, die den nordeuropäischen Ruam zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert dominierten. Ihr Verantwortungsbewusstsein ging schon damals weit über die Unternehmensgrenzen hinaus und ihr Handeln war stets von Tugenden geleitet. Die Forschungsarbeit von Daniel Klink am Institut für Management der Humboldt-Universität zu Berlin hat diese Leitlinien auf die Anforderungen der heutigen Wirtschaft übertragen: Das Leitbild des Ehrbaren Kaufmanns.
Der Ehrbare Kaufmann im engeren Sinne verfügt über eine humanistische Grundbildung, beherrscht das klassische Handwerkszeug eines Kaufmanns wie die Buchführung und hat einen gefestigten tugendhaften Charakter. Darunter fallen unter anderem Redlichkeit, Sparsamkeit, Weitblick, Ehrlichkeit, Mäßigkeit, Ordnung und Entschlossenheit, Genügsamkeit, Fleiß, Aufrichtigkeit, Gerechtigkeit, Mäßigung und Gemütsruhe.
Im weiteren Sinne verfügt er über ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein für seine Unternehmung – also gegenüber seinen Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten, Investoren und Wettbewerbern – und gegenüber der Gesellschaft, also den Konsumenten, der Gemeinde, dem politischen System und der Umwelt. Da das Leitbild als individualtheoretischer Ansatz den Unternehmer in den Mittelpunkt stellt, orientiert sich das Kapitel "Umsetzung“ an den oben genannten Verantwortungsebenen.